Regionalität braucht Verantwortung
Im Gespräch mit BVN-Aufsichtsrat Andreas Steinegger
Herr Präsident, Sie waren in den vergangenen Monaten mit tausenden Bäuerinnen und Bauern im Austausch. Was nehmen Sie aus diesen Gesprächen besonders mit?
Ich bin sehr gerne bei den Bäuerinnen und Bauern, jedes Gespräch ist für mich bereichernd. Die dringendsten Sorgen und Anliegen, die dabei immer wieder an mich herangetragen werden, betreffen den Stallbau, den Pflanzenschutz, die stetig steigenden Auflagen samt Bürokratie sowie den Klimawandel. Bei den vielen Gesprächen auf den Höfen erlebe ich nicht nur den großen Fleiß und Einsatz der Bäuerinnen und Bauern, sondern auch ihren starken Willen, die Betriebe weiterzuführen – das stimmt mich optimistisch.
Was hat Sie ursprünglich motiviert, sich im Aufsichtsrat des BVN zu engagieren – und was reizt Sie an dieser Aufgabe bis heute besonders?
Von Anfang an war ich davon überzeugt, dass das BVN als regionale, bäuerliche Genossenschaft echten Mehrwert schafft: für Erzeuger und Verpflegungseinrichtungen zugleich. An der Schnittstelle zwischen Produktion, Vermarktung und regionaler Wertschöpfung mitzuarbeiten, war für mich klarer Antrieb und Auftrag.
Bis heute reizt mich an dieser Aufgabe, echte Veränderung mitzugestalten: Wege zu finden, wie hochwertige steirische Produkte noch stärker sichtbar werden, wie die Wertschöpfung in den Regionen bleibt und wie wir unsere bäuerlichen Betriebe langfristig stärken.
Welche Bedeutung hat eine starke regionale Lebensmittelversorgung aus Ihrer Sicht – gerade mit Blick auf aktuelle Herausforderungen und die kommenden Jahre?
Eine starke regionale Versorgung ist für mich ein zentraler Baustein nachhaltiger und krisensicherer Ernährungssysteme. Sie schafft Resilienz gegenüber globalen Schwankungen, reduziert Transportwege, fördert kurze Wertschöpfungsketten und damit wirtschaftliche Stabilität in der Region. Gerade in Zeiten von Klimaveränderungen, geopolitischen Unsicherheiten und steigenden Anforderungen an Tierwohl und Umweltschutz ist es entscheidend, dass wir als Gesellschaft auf regionale Produzenten vertrauen können – und sie fair dafür entlohnt werden.
Wo sehen Sie aktuell die größten Chancen für das BVN, um sich weiterzuentwickeln und noch mehr Wirkung für Betriebe und Konsument zu erzielen?
Großes Potenzial sehe ich darin, das BVN als verlässliche Drehscheibe zwischen bäuerlichen Betrieben, Verpflegungseinrichtungen und Konsument:innen weiter zu stärken. Entscheidend ist, regionale Produkte konsequent zu bündeln und gemeinsam neue Vermarktungswege zu erschließen. Gestaltungsmöglichkeiten liegen zudem in effizienten Strukturen, moderner Logistik und digitalen Instrumenten, die Betriebe entlasten und Verpflegungseinrichtungen mehr Transparenz bieten.
Gelingt es, den Kundenbedarf mit zugeschnittenen, regionalen, bäuerlichen Produkten zu decken, hat das BVN eine große Zukunft.
Was möchten Sie den Mitgliedsbetrieben und den Kund:innen des BVN ganz persönlich mit auf den Weg geben?
Unseren Mitgliedsbetrieben: Bleiben Sie mutig, bleiben Sie neugierig – und vergessen Sie nicht, dass Ihre Arbeit einen unschätzbaren Wert für unser Netzwerk hat. Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern. Unseren Kundinnen und Kunden: Danke für Ihr Vertrauen in regionale Produkte! Mit jedem Einkauf zeigen Sie Wertschätzung für unsere Bauernfamilien und unterstützen nachhaltige, lokale Wirtschaftskreisläufe. Ihre Entscheidung zählt – für Qualität, für Umwelt und für unsere Region.







